Lobgesang nach dem Afra-Offizium des Hermannus Contractus und mit Texten von Peter Pius Irl
Die Musikgattung Lauda (ital. = Lobgesang), eine religiöse, nichtliturgische und
literarische Musikgattung in italienischer oder lateinischer Sprache entwickelte
sich ab dem 12. Jahrhundert. Bekanntestes Werk aus dem 13. Jahrhundert ist der
Sonnengesang Laudes creaturarum = Lobgesang der Schöpfung des hl. Franz von
Assisi. Ursprünglich nur einstimmig, entfalteten sich die Kompositionen ab dem
15. Jahrhundert zur Vierstimmigkeit. In ihrem tonalen Empfinden wichen diese
allerdings erheblich vom Gregorianischen Choral ab und waren zumeist in
einfachem Satz akkordisch-homophon Note gegen Note gehalten.
Sie wurden vorrangig von Ordensgemeinschaften gepflegt zu Ehren der Heiligen und der Mutter Gottes.
Im Lobgesang LAUDES AFRAE von Josef Hauber wird die Lebensgeschichte der heiligen Afra in zwei parallel laufenden Berichten dargestellt:
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Einerseits erzählt dabei der Benediktinermönch Hermannus Contractus singend
und sprechend durch den Baritonsolisten mit den neu geschriebenen deutschen
Texten von Peter Pius Irl „seine eigene Wahrheit” über Afra, kompositorisch frei
gestaltet und begleitet von einem Solocello und der Orgel (Orgelportativ).
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Andererseits wird der lateinische Text des Afra-Offiziums von Hermannus
Contractus verwendet, musikalisch in verschiedenen Formen:
- unverändert übernommene Gesänge aus dem Afra-Offizium (Schola, einstimmig, unbegleitet)
- Melodien bzw. Melodieteile aus dem Afra-Offizium, rhythmisiert und zur Mehrstimmigkeit meist polyphon erweitert (Solisten, Chor und Orchesterbegleitung);
- frei geschaffene Kompositionsteile, deren Melodiestrukturen zumeist ebenfalls Anklänge an Gregorianik haben.
Innerhalb der beiden zuletzt angeführten Gruppen b) und c) sind die Übergänge fließend.
Anläßlich des Afra-Jubiläums-Jahres erweckt der Komponist Josef Hauber das Afra-Offizium
von Hermannus Contractus, der im gleichen Jahr seinen 950. Todestag feiert (+ 24.09.1054), zu neuem Leben.
Als Vorlage diente die Augsburger Handschrift des Afra-Offiziums aus dem Ende des
15. Jahrhunderts, die im Diözesanmuseum Augsburg unter der Signatur I/13 aufbewahrt wird.
Mit Texten von Peter Pius Irl hat er auf dessen Vorlage hin die "Laudes Afrae" - einen Lobgesang
komponiert, der erstmals am 28. Mai 2004 um 20:00 Uhr in der Basilika St. Ulrich und Afra aufgeführt wurde.
Als Live-Mitschnitt der Uraufführung wurde auch eine CD produziert, die Sie zum Preis im Pfarrbüro erwerben können.
Weitere Aufführungstermine waren der 9.7.04 (21:00 Uhr) und der 24.9.04 (20:00 Uhr)
Die Ausführenden sind:
Elisabeth Haumann (Sopran), Udo Scheuerpflug (Tenor), Gerhard Späth (Bariton);
die Choralschola "celsitonantes" (Leitung: Hans Ganser);
der Basilikachor St. Ulrich und Afra, Wolfgang Kärner an der großen Sandtner-Orgel;
das Kammerorchester St. Ulrich.
Die Gesamtleitung hat der Komponist selbst.
J. Schlosser